Moore


Moore sind der Lebensraum, auf dem unser besonderer Fokus liegt.

Warum eigentlich?

Moore sind ein seltener Lebensraum, der nur unter ganz speziellen Umweltbedingungen gebildet und erhalten werden kann. Eine Menge seltener und seltenster Pflanzen und Tiere sind nur hier zu finden, aber auch folgender Aspekt ist vielen nicht bekannt: Moore sind CO2-Speicher. So speichert ein Moor bis zu viermal so viel CO2 wie eine gleichgro√üe Fl√§che Wald. Und das noch √§u√üerst kosteng√ľnstig.

Schon heute speichern in Deutschland wieder vernässte Niedermoore das Klimagas CO2 zum Preis von jährlich einem Euro pro Tonne!!! Damit lässt sich mit dem gleichen Geldeinsatz bis zu 900-mal mehr CO2 festlegen als durch technische CO2-Vermeidung mittels Solarenergie

Aber noch ein paar eindrucksvolle Zahlen.

Moore bedecken 3 % der weltweiten Landfläche. Sie binden aber doppelt so viel des terrestrischen CO2 wie alle Wälder der Erde zusammen!!!

Was auch noch erstaunlich ist: 1 Ha Moor mit einer Torfmächtigkeit von 15 cm bindet so viel CO2 wie eine gleich große Fläche eines 100-jährigen Waldes.

Entwässert man dagegen Moore und baut den Torf ab, so wird der Kohlenstoff oxidiert und riesige Mengen CO2 freigesetzt.

5 % der Gesamtemission der Bundesrepublik Deutschland am Klimagas CO2 stammt aus entwässerten Moorflächen.



Leider gehören die großen Moorgebiete Mitteleuropas fast schon der Vergangenheit an. Sie werden weiter entwässert, abgetorft und die Überreste landwirtschaftlich genutzt und die Flächen besiedelt. Diese Zerstörung geht weiter und erstreckt sich besonders auch auf die großen Moorflächen des Balkans und Russlands.

Oben genannte Zahlen sind mehr als ein Grund torfhaltige Blumenerde zu meiden, besser sogar zu verbieten, zumal es gute Alternativen gibt wie regionalen Kompost mit Holz- oder sonstigen Fasern und Hornspänen gemischt.

Im Burgwald gibt es keine klassischen Hochmoore wie die in Nordwestdeutschland oder die gro√üen Moore der Rh√∂n. Es handelt sich um Mittelgebirgsmoore, wie sie auch im Rothaargebirge, im Spessart oder den Alpen vorkommen. T√§ler sind mit Torfk√∂rpern ausgef√ľllt, auf dem moortypische Pflanzengesellschaften stocken, wie hier im NSG Christenberger Talgrund.

Hydrologisch handelt es sich um eine Kombination von Quell-, Hang- und Durchströmungsmooren, vom Nährstoffhaushalt betrachtet sind es mesotroph-saure oder oligotroph-saure Moore, ein einziges ist als mesotroph-subneutral anzusehen.
Das Moorwasser tritt also in Sickerquellen aus, um die herum n√§hrstoffarme und dauernasse Bedingungen zur Ansiedlung von Moorarten und zur Torfbildung f√ľhren. Dann flie√üt das Wasser hangabw√§rts und durchstr√∂mt die anschlie√üenden Senken/T√§ler.
Es kommt auf seinem Weg an diversen Pflanzen, in intakter Moorvegetation vor allem Torfmoose (Sphagnum), vorbei, die Nährionen entziehen. Daraus resultieren trotz durchfließendem Wasser und Grundwassereinfluss so nährstoffarme Bedingungen, dass die Pflanzengesellschaften der Hochmoore, namentlich der Bunte Torfmoosrasen, sich ansiedeln und vielen sehr seltenen Arten Lebensraum bieten.

Hier im Bild zum Beispiel Rhynchospora alba, das Weisse Schnabelried, das in Hessen als vom Austerben bedroht gilt (RL 1), f√ľr Deutschland als gef√§hrdet (RL3).

Die Art ist genauso wie der Gro√üe Sonnentau (Drosera anglica), der nach der Roten Liste in Hessen ausgestorben aber im Burgwald noch heimisch ist, auf nasse Schlenken angewiesen.


Einige vom Mensch gemachte Strukturen, meist R√ľckstau an Wegedurchl√§ssen oder Feuerl√∂schteichen, wurden vom Moor regelrecht erobert, wie hier an sehr versteckter Stelle in den Franzosenwiesen.

Moore sind ohne menschliche Eingriffe ein oft sehr lange exitierender Lebensraum, da die dort wachsenden Pflanzengesellschaften die Umweltbedingungen zu ihren Gunsten ver√§ndern und somit Konkurrenz auschlie√üen.

Tote Pflanzenmasse verrottet nicht, sondern wird zu Torf umgewandelt. Dieser spiegelt dann nat√ľrlich die Entwicklung √ľber die Jahrhunderte wieder und l√§sst auch R√ľckschl√ľsse auf das Alter der Lebensr√§ume zu. Unsere Moore im Burgwald sind mindestens tausend Jahre alt, einige mehr als zweitausend.











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