Pilze

 

Der Burgwald ist weithin f√ľr seinen Reichtum an Pilzen bekannt. Allj√§hrlich finden sich zur Herbstzeit viele Pilzsucher im Burgwald ein und durchk√§mmen die Forste nach Steinpilzen, Pfifferlingen, Parasolen und anderen schmackhaften Arten. 

Doch nicht nur aus kulinarischen Gr√ľnden sind Pilze wert zu sch√§tzen, nehmen sie doch √ľberaus wichtige Funktionen im Naturhaushalt ein. Viele von ihnen bauen organische Abfallstoffe ab und recyceln diese zu wertvollem Humus. Als Mykorrhiza-Partner erm√∂glichen manche Arten erst das problemlose Gedeihen vieler B√§ume und Kr√§uter. Die Farben- und Formenvielfalt unserer Pilzwelt versetzt zudem den aufmerksamen Beobachter immer wieder ins Staunen und zeugt vom "Einfallsreichtum" der Natur.





Zu den sogenannten "Winterpilzen" z√§hlt der h√ľbsche Orangeseitling (Phyllotopsis nidulans). Man findet ihn besonders im Winterhalbjahr zwischen September und M√§rz meist gesellig an morschen Baumst√ľmpfen und am Boden liegenden St√§mmen von Laub- und Nadelb√§umen.

Seine dicht stehenden, orange- bis ockerfarbenen Lamellen bilden im zu dieser Jahreszeit noch eher tristen Wald auff√§llige Farbtupfer.

In Deutschland ist diese Art zwar weit verbreitet, kommt aber von S√ľd nach Nord seltener vor. In mehreren Bundesl√§ndern befindet sie sich in den jeweiligen Roten Listen der gef√§hrdeten Pilze.  





Fr√ľhjahrs- oder Gift-Lorchel (Gyromitra esculenta)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)





Herbst-Lorchel (Helvella crispa)






Wenn man die älteren Exemplare des Schopf-Tintlings (Coprinus comatus) betrachtet, mag man kaum glauben, dass sie im noch ganz jungen Stadium zu den gut essbaren Arten gezählt werden.

Der Pilz altert schnell und nach nur wenigen Tagen zerflie√üen seine H√ľte vom Rand her und sondern dabei ihre Sporen als tintenartige Fl√ľssigkeit ab.

Tats√§chlich ist diese Fl√ľssigkeit stark f√§rbend und hinterl√§sst bei Kontakt an H√§nden und Kleidung hartn√§ckige Flecken, wovon sich der Verfasser dieser Zeilen selbst √ľberzeugen konnte.






Bis in den November hinein kann man die charakteristischen Fruchtkörper der Toten- oder Herbst-Trompete (Craterellus cornucopioides) unter Rotbuchen oder Eichen entdecken.

Trotz seines wenig "einladenden" √Ąu√üeren z√§hlt die Toten-Trompete zu den gesch√§tzten Speisepilzen, der sich gut trocknen und als W√ľrzpilz verwenden l√§sst.

Allerdings ist Vielerorts ein R√ľckgang der Best√§nde zu verzeichnen, so dass er in der Hessischen Roten Liste der Gro√üpilze schon zu den gef√§hrdeten Arten gez√§hlt wird. 





Auf morschen St√ľmpfen und bereits l√§nger liegenden St√§mmen von Laubh√∂lzern findet sich der seltene Schwarzflockige Dachpilz (Pluteus umbrosus).

Rote Liste Hessen: "R" Rarit√§t     





Junge Exemplare des Halbkugeligen Borstenbecherlings (Humaria hemisphaerica) sind nur wenige Millimeter gro√ü und sitzen wie kleine, hohle Kugeln meist in kleinen Gruppen dem Waldboden auf.  





Espen-Rotkappe (Leccinum rufum)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)





Auf nährstoffreichen Wiesen und Weiden wächst der eindrucksvolle Riesenbovist (Calvatia gigantea), dessen Fruchtkörper in Ausnahmefällen fast einen halben Meter Durchmesser und ein Gewicht von bis zu 25 kg erreichen können!

Rote Liste Hessen: "stark gef√§hrdet" (2) 





Ein sch√∂nes Beispiel f√ľr eher skurril anmutende Pilzarten ist die bis zu 10 cm hoch wachsende Gemeine Hundsrute (Mutinus caninus). Ihr unangenehmer Geruch lockt Fliegen an, welche die an der Spitze anhaftende Sporenmasse verbreiten.

Rote Liste Hessen: "R" Rarität





Die eindrucksvolle Bischofsm√ľtze / Bischofsm√ľtzen-Lorchel (Gyromitra infula) gilt bundesweit als sehr seltene Art. W√§hrend die hessische Rote Liste diese Art √ľberhaupt nicht verzeichnet, gilt sie in NRW als "stark gef√§hrdet" (2).

Rote Liste Deutschland: Art der Vorwarnliste (V)





Hohe Röhrenkeule / Röhrige Keule (Macrotyphula fistulosa)

Rote Liste Hessen "R" Rarit√§t 

Dieser interessante Pilz kommt im Burgwald durchaus h√§ufiger vor. Die "d√ľnnen St√§bchen" werden allerdings am Waldboden leicht √ľbersehen. Gew√∂hnlich werden sie bis ca. 10 cm hoch, es wurden allerdings auch schon einzelne Exemplare von deutlich √ľber 20 cm Wuchsh√∂he entdeckt! Bis in den Dezember hinein findet man ihn bevorzugt unter Buchen.





Die Binsen-R√∂hrenkeule / Binsenartige Keule (Macrotyphula filiformis) ist ein sehr unauff√§lliger, fadenf√∂rmiger Pilz, der eher an trockene Grashalme erinnert. Er entwickelt sich auf feuchter Laubstreu in Laub- und Auenw√§ldern und kann an geeigneten Stellen dichte, rasenartige Best√§nde bilden.

Rote Liste Hessen: "stark gef√§hrdet" (2)  





 

Die Fruchtk√∂rper der ungenie√übaren Erdsterne √§hneln ge√∂ffneten Bl√ľten und wirken so besonders attraktiv.

Der oben abgebildete Halskrausen-Erdstern (Geastrum triplex) findet sich bevorzugt in Mischw√§ldern und geh√∂rt zu den gr√∂√üten Erdstern-Arten. Das obige Exemplar besa√ü einen Durchmesser von rund 11 cm.

Die Rote Liste der Gro√üpilze Hessens f√ľhrt mehr als ein dutzend Arten dieser Pilzgattung auf, von denen der √ľberwiegende Teil als mehr oder minder stark gef√§hrdet eingestuft wird. Der Halskrausen-Erdstern wird mit einem "D" bezeichnet. Diese Einstufung bedeutet, dass die Datenlage f√ľr diese Art bislang mangelhaft ist.





Rötender / Rotbrauner Erdstern (Geastrum rufescens)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)





Kamm-Erdstern (Geastrum pectinatum)

Rote Liste Deutschland: Art der Vorwarnliste (V)





Gewimperter Erdstern (Geastrum fimbriatum) 






Rotbrauner Zitterling (Tremella foliacea)

Rote Liste Hessen: "R" Rarität






Weißer Polsterpilz (Oligoporus ptychogaster)

Rote Liste Hessen: "R" Rarität






Gallertiger Zitterzahn, Gallert-Stacheling (Pseudohydnum gelatinosum)

Rote Liste Hessen: "R" Rarität





Eselsohr (Otidea onotica)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)

Rote Liste Deutschland: Art der Vorwarnliste (V)





Buchen-Schleimr√ľbling/Beringter Schleimr√ľbling (Oudemansiella mucida)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)

Der Buchen-Schleimr√ľbling ist der Lieblingspilz vieler Naturfotografen.  Seine hellen, leicht transparenten H√ľte reizen mit ihren locker angeordneten Lamellen zu fotografischen "Spielereien".





Berindeter Seitling (Pleurotus dryinus)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)





Leuchtender Weichporling (Pycnoporellus fulgens)

Diese auffällige Art wurde erst vor wenigen Jahren in Hessen entdeckt und breitet sich immer weiter aus.






Stinkmorchel (Phallus impudicus)





Ein seltener holzbesiedelnder Pilz ist der auff√§llige Dornige Stachelbart (Creolophus cirrhatus). Er gilt als eine Art der naturnahen und extensiv bewirtschafteten Laub- und Mischw√§lder. Man findet ihn fast ausschlie√ülich auf St√ľmpfen und an abgestorbenen stehenden und liegenden St√§mmen der Rotbuche.

Die Unterseiten seines sich vielgestaltig zeigenden Fruchtk√∂rpers sind dicht mit langen, cremefarbenen Stacheln bedeckt.

Die Rote Liste Deutschlands f√ľhrt ihn mit "Gef√§hrdung unbekannten Ausma√ües" (G), f√ľr Hessen ist die Datenlage noch unzureichend (RL Hessen: D). 





Dunkler (Tannen-) Lackporling (Ganoderma carnosum) 

Rote Liste BRD (2016): "Gef√§hrdung unbekannten Ausma√ües" (G), RL Hessen: nicht aufgef√ľhrt

 

 



Der Orange-Becherling (Aleuria aurantia) wächst gerne auf nacktem Erdboden.

 

 

 


Fliegenpilz (Amanita muscaria)

 

 

 


Grauer Wulstling

 

 

 

 

Sumpf-Haubenpilz (Mitrula paludosa).

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)

 Rote Liste Deutschland: Art der Vorwarnliste (V)


 

 


Parasolpilz

 

 

 


Klebriger Hörnling (Calocera viscosa)

 

 

 


√Ąstiger Stachelbart (Hericium coralloides)

Rote Liste Hessen: "stark gefährdet" (2)

 Rote Liste Deutschland: "Gef√§hrdung unbekannten Ausma√ües" (G)


 

 


Die Krause Glucke (Sparassis crispa) erinnert mit ihrem meist bis zu 20 cm breiten Fruchtk√∂rper an einen Badeschwamm. Sie w√§chst am Fu√ü von Nadelb√§umen, vor allem von Kiefern und gilt als essbar.

 

Gelegentlich lassen sich auch solch kapitale Exemplare mit bis zu 40 cm Durchmesser finden.

 

 

 


Der Austern-Seitling (Pleurotus ostreatus) besiedelt kranke und tote B√§ume. Seine attraktiven Fruchtk√∂rper entwickeln sich bei niedrigen Temperaturen und sind frostresistent, so dass man sie nur im Winter-Halbjahr findet. Der Pilz w√§chst bevorzugt auf Rot-Buche.

Der Austern-Seitling gilt als sehr guter Speisepilz und wird f√ľr seine kommerzielle Nutzung auf verschiedenen Substraten gez√ľchtet.

 

 






 

 

 


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