Höhere Pflanzen




Auf mageren Waldwiesen und an trockenen WaldwegerÀndern findet sich der Steife Augentrost (Euphrasia cf. stricta).

Rote Liste Hessen: Art der Vorwarnliste (V)




Schwanenblume (Butomus umbellatus)

Rote Liste Hessen: Art der Vorwarnliste (V)

In die Freude ĂŒber den Fund von -vermeintlich- seltenen Sumpf- oder Wasserpflanzen schleicht sich immer auch eine gewisse Skepsis ein. Besonders aus dieser Pflanzengruppe bekommt man inzwischen "seltene" Arten in kultivierter Form in Gartencentern oder den Pflanzenabteilungen von BaumĂ€rkten zum Kauf angeboten. So mĂŒssen wir uns auch bei dem kleinen Bestand der schönen Schwanenblume, dem die hier gezeigte Pflanze entstammt, fragen, wie hat sich dieser hier in der Wetschaft-Aue bei Wetter angesiedelt? Handelt es sich um einen "GartenflĂŒchtling", wurde die Blume gar absichtlich von einem "fehlgeleiteten" Naturfreund ausgebracht oder erfolgte die Ansiedlung auf natĂŒrlichem Wege?   





Ein noch weit verbreitetes Ackerwildkraut ist der hĂŒbsche GebrĂ€uchliche oder Gewöhnliche Erdrauch (Fumaria officinalis), der neben Äcker und GĂ€rten auch nĂ€hrstoffreiche Ruderalstellen besiedelt.

Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und den Einsatz von Herbiziden werden viele ehemals weit verbreitete AckerwildkrĂ€uter allerdings inzwischen stark dezimiert.




Acker-Ochsenzunge, Acker-Krummhals (Anchusa arvensis)

Rote Liste Hessen: Regionen Nordost und Nordwest: Art der Vorwarnliste (V)




Mit dem Erscheinen der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) ist es "amtlich": jetzt geht es mit großen Schritten dem Herbst entgegen.

Mit ihren sechs großen, zart rosa bis lilafarbenen BlĂŒtenhĂŒllblĂ€ttern erinnert die Blume an die bekannten Krokusse. WĂ€hrend deren Erscheinen im Februar/MĂ€rz den FrĂŒhling einlĂ€utet, blĂŒht die Herbstzeitlose allerdings erst von Ende August bis Oktober. Auch zeigt die Pflanze wĂ€hrend ihrer BlĂŒtezeit keine LaubblĂ€tter, diese entwickeln sich erst im folgenden FrĂŒhjahr und umhĂŒllen die große Kapselfrucht.

Alle Teile dieser Pflanze sind stark giftig! Vor allem durch die Verwechslung mit BlĂ€ttern des essbaren BĂ€rlauchs sind bereits hĂ€ufig Vergiftungen erfolgt. 

Besonders in Nord- und Ostdeutschland kommt die Herbstzeitlose nur noch selten vor und zĂ€hlt hier in mehreren BundeslĂ€ndern zu den gefĂ€hrdeten Arten. 




Der Fichtenspargel (Hypopitis monotropa agg.) ist ein eigentĂŒmliches GewĂ€chs unserer Misch- und NadelwĂ€lder. Die kleine, maximal 30 cm hohe Pflanze besitzt kein BlattgrĂŒn und ihre bleichen BlĂ€tter liegen dem gleichfarbigen StĂ€ngel schuppenartig an. FĂŒr ihre ErnĂ€hrung parasitieren die Pflanzen auf Wurzelpilzen, die ihrerseits wiederum mit BĂ€umen in symbiotischer Verbindung stehen. So kann der Fichtenspargel auch an sehr lichtarmen Standorten gedeihen.

In einigen BundeslĂ€ndern ist diese zu den HeidekrautgewĂ€chsen zĂ€hlende Pflanze in der jeweiligen Roten Liste zu finden.




Das Echte TausendgĂŒldenkraut (Centaurium minus) gehört zu den EnziangewĂ€chsen. In einigen ostdeutschen BundeslĂ€ndern zĂ€hlt es zu den gefĂ€hrdeten Arten.




Sand- / Heide-Ginster (Genista pilosa)

Rote Liste Hessen: Naturraum Hessen Nordost:  "stark gefĂ€hrdet" (2)





Schon sehr zeitig im Jahr, von Ende MĂ€rz bis Anfang April, blĂŒht die Weiße Pestwurz (Petasites albus). Sie gedeiht vor allem im Bergland auf sickerfeuchten, steinigen Standorten in eher schattigen LaubmischwĂ€ldern.

GegenĂŒber ihrer Verwandten, der Gewöhnlichen Pestwurz, findet man die Weiße Pestwurz wesentlich seltener. In einigen vorwiegend nördlichen BundeslĂ€ndern befindet sie sich mit unterschiedlichen GefĂ€hrdungseinstufungen in den Roten Listen der gefĂ€hrdeten Pflanzen. Auch in Hessen ist ihre Verbreitung auf die höheren Lagen beschrĂ€nkt, in weiten Bereichen des Landes fehlt die Art völlig.

Das gezeigte PflĂ€nzchen gehört zu einem kleinen aber stabilen Bestand, der in einem Buchenwald nahe Mellnau in einem Quellsumpf wĂ€chst.




Der Aronstab (Arum maculatum) bevorzugt nĂ€hrstoffreiche Böden und dĂŒrfte im Burgwald somit wohl nur auf anthropogen ĂŒberformten FlĂ€chen zu finden sein. (Foto: Fruchtstand) Achtung giftig!




Auch das Dorf Mellnau hat botanische Seltenheiten zu bieten: Echter Löwenschwanz (Leonurus cardiaca, ssp. cardiaca)

Rote Liste Hessen: "stark gefĂ€hrdet" (2), Rote Liste BRD: "gefĂ€hrdet" (3) 




Arnika, Berg-Wohlverleih (Arnica montana)  mit GelbwĂŒrfeligem Dickkopffalter (C. palaemon)

Die zu den bekanntesten BlĂŒtenpflanzen zĂ€hlende Arnika hat ihre Hauptverbreitung in den Gebirgen Mitteleuropas. So sind auch die vergleichsweise wenigen hessischen Vorkommen hauptsĂ€chlich in den Hochlagen der Mittelgebirge zu finden. Im Burgwald existiert nur ein kleiner Bestand mit wenigen Pflanzen, die daher zu den hier zu findenden botanischen Kostbarkeiten gezĂ€hlt werden mĂŒssen.

Die Art wĂ€chst vorwiegend in Magerwiesen, Borstgrasrasen, Heiden und lichten WĂ€ldern und benötigt vollsonnige Standorte auf eher sauren Böden. Zu ihrer Vermehrung braucht die Pflanze eine lĂŒckige Vegetation mit offenen Bodenstellen. Auf DĂŒngung reagiert die Blume sehr empfindlich - dies fĂŒhrt rasch zu ihrem Verschwinden.

In den letzten Jahrzehnten haben sich die BestĂ€nde dieser frĂŒher als Heilpflanze stark besammelten Art drastisch verringert, so dass sie in der Roten Liste Hessens inzwischen als "stark gefĂ€hrdet" (2) eingestuft wird.

 

 

 

Sumpf-Veilchen (Viola palustris)

In Mooren, BruchwĂ€ldern, entlang nasser GrĂ€ben und auf nĂ€hrstoffarmen Feucht- und Nasswiesen findet sich das unscheinbare Sumpf-Veilchen mit seinen kleinen, blass-lila BlĂŒten. Seine BlĂŒtezeit liegt im Mai und im Juni.

Zwar sind auch fĂŒr das Sumpf-Veilchen durch den Verlust geeigneter Wuchsorte Bestandseinbußen zu verzeichnen, doch scheint diese Art durch ihre FĂ€higkeit neu entstehende LebensrĂ€ume mit geeigneten Bedingungen wieder besiedeln zu können derzeit nicht ernsthaft gefĂ€hrdet.

Die Rote Liste Hessens fĂŒhrt das Sumpf-Veilchen als eine Art der Vorwarnliste (V).

 

 

 

Wiesen-Glockenblume (Campanula patula)

Rote Liste Hessen 2008: Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

Acker - Steinsame (Lithospermum arvense)

Rote Liste Hessen 2008: "gefÀhrdet" (3)

 

 

 

Die BlĂŒten des seltenen Wasserschlauches (Utricularia sp.) lassen im Sommer auf so manchem Teich und TĂŒmpel im Burgwald auffĂ€llige gelbe Tupfen entstehen. Man findet den Wasserschlauch in nĂ€hrstoffarmen GewĂ€ssern, wo er mit Hilfe kleiner Fangblasen winzige Wassertierchen aus dem Wasser fischt und so seine NĂ€hrstoffversorgung sicherstellt. Die Fangblasen besitzen in ihrem Inneren einen Unterdruck und öffnen sich mittels einer Klappe blitzschnell, wenn ein Beutetier die Falle "aktiviert". Der Öffnungsvorgang der FallentĂŒr dauert nur 2 Millisekunden und gehört zu den schnellsten Bewegungen im Pflanzenreich. Das Opfer wird von dem einströmenden Wasser mit in die Fangblase gesogen, in der die Verdauung mittels Enzymen erfolgt. 

Somit kann man den Wasserschlauch neben dem Sonnentau zu den "fleischfressenden Pflanzen" des Burgwaldes zĂ€hlen, der mindestens zwei verschiedene Wasserschlauch-Arten beherbergt.

 

 

 

SchmalblĂ€ttriges Wollgras (Eriophorum angustifolium) 

Rote Liste Hessen 2008: "gefÀhrdet" (3)

 

 

 

Neben dem SchmalblĂ€ttrigen- sorgt das Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum) (auch Scheidiges- oder Moor-Wollgras genannt) mit seinen seidenweichen HaarbĂŒscheln fĂŒr die typischen weißen Tupfen, welche die sumpfigen TalgrĂŒnde und MoorflĂ€chen des Burgwaldes im Sommer ĂŒberziehen. Im Gegensatz zum SchmalblĂ€ttrigen- trĂ€gt das Scheiden-Wollgras nur jeweils einen einzelnen HaarbĂŒschel am Ende seiner Halme, beim erst genannten sind es mehrere, die zudem an kleinen Stielchen hĂ€ngen. Die langen hellen Wollhaare sind die HĂŒllfĂ€den der FrĂŒchte und dienen zu ihrer Verbreitung durch Wind oder im Wasser. Im Hochmoor gehört diese Art mit zu den wichtigsten Torf-Bildnern.

Wie seine Schwesterart wird das Scheiden-Wollgras in der Roten Liste Hessens als "gefÀhrdet" (3) eingestuft.

 

 

 

Die Hessische Rote Liste der gefĂ€hrdeten Pflanzen gibt an, dass der Beinbrech (Narthecium ossifragum) in Hessen lediglich in einem kleinen Bestand im Burgwald zu finden ist. Ansonsten ist er nur aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, NRW und Rheinland-Pfalz bekannt und wird fĂŒr Deutschland als "gefĂ€hrdet" (3) eingestuft. Der Beinbrech gilt als Art der Hochmoore und wird auch Sumpf-Lilie genannt. In 2011 war sie "Blume des Jahres".

 

 

 

Sumpf- oder Kleiner Baldrian (Valeriana dioica)

Rote Liste Hessen 2008: Vorwarnliste (V)

 

 

 

Im Juni und Juli kann man mit viel GlĂŒck die dunkelroten BlĂŒten des seltenen Sumpf-Blutauges (Comarum palustre / Potentilla palustris) auf den Nasswiesen sowie in den Flach- und Zwischenmooren des Burgwaldes finden. Diese Sumpfpflanze bevorzugt saure, kalkarme, auch zeitweise ĂŒberschwemmte nasse Böden und reagiert empfindlich auf den ĂŒbermĂ€ĂŸigen Eintrag von (Stickstoff-) DĂŒngung.

Die Rote Liste Hessens fĂŒhrt das Sumpf-Blutauge als "stark gefĂ€hrdete" (2) Art.   

 

 

 

Der EuropĂ€ische Siebenstern (Trientalis europaea) ist eine relativ seltene einheimische Pflanze, die bevorzugt in feuchten NadelwĂ€ldern, gelegentlich auch in MischwĂ€ldern zu finden ist. Hier wĂ€chst sie auf nassen, moorigen und etwas sauren Böden, hĂ€ufig auch auf Moos-Bulten. Die einzelnen BlĂŒten sind lang gestielt und besitzen sternförmige weiße KronblĂ€tter. Deren Zahl stimmt allerdings nicht immer mit der namensgebenden "Sieben" ĂŒberein, es kommen auch durchaus BlĂŒten mit weniger oder, wie auf dem oberen Foto, mit mehr KronblĂ€ttern vor.

Der Siebenstern kommt in weiten Teilen Hessens nicht (mehr?) vor, bzw. gilt laut Roter Liste gebietsweise, auch in anderen BundeslĂ€ndern, als "gefĂ€hrdete" Art. Im Saarland gilt die Pflanze bereits als ausgestorben.

 

 

 

Gemeine Kreuzblume (Polygala vulgaris)

Laut Roter Liste Hessen in verschiedenen Landesteilen: Vorwarnliste (V).

 

 

 

Pyramiden-GĂŒnsel (Ajuga pyramidalis)

Der Pyramiden-GĂŒnsel ist ein Einwanderer aus dem alpinen Bereich, wo er in Magerrasen und Zwergstrauchheiden zu finden ist. Im Burgwald wĂ€chst er vor allem entlang von Forstwegen. Charakteristisch fĂŒr diese Art ist der behaarte StĂ€ngel, die violett ĂŒberlaufenen BlĂ€tter und der vierkantig aufgebaute, sich nach oben pyramidenförmig verjĂŒngende BlĂŒtenstand. Die BlĂŒten sind relativ klein und ĂŒberragen auch an der Spitze des BlĂŒtenstandes nicht die darunterliegenden TragblĂ€tter. Die Pflanze bildet keine AuslĂ€ufer.

Die grĂ¶ĂŸten hessischen BestĂ€nde dieser Art liegen im Burgwald.

Die Rote Liste Hessens ordnet den Pyramiden-GĂŒnsel bei den "stark gefĂ€hrdeten" (2) Arten ein.

 

 

 

RundblÀttriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)

Rote Liste Hessen 2008: "stark gefÀhrdet" (2)

 

 

 

Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia)

Rote Liste Hessen: "ausgestorben oder verschollen" (0)!  Rote Liste BRD: "gefĂ€hrdet" (3)

In den Mooren des Burgwalds finden sich gleich drei Arten des fleischfressenden Sonnentaus. Neben dem RundblĂ€ttrigen ist dies der LangblĂ€ttrige und der Mittlere Sonnentau, welcher geringfĂŒgig grĂ¶ĂŸere Rosetten als Ersterer bildet. Seine BlĂ€tter sind lĂ€nglich- oval und ebenfalls mit den charakteristischen klebrigen Tentakeln besetzt, an denen kleine Insekten haften bleiben. Ist ein Insekt in die "Falle" gegangen, krĂŒmmen sich die BlĂ€tter ein und verdauen das Opfer mit Hilfe eines eiweißspaltenden Enzyms.

 

 

 

Fieberklee (Menyanthes trifoliata)

Der Fieberklee findet sich an verschieden ausgeprĂ€gten nassen Standorten. Als Wasserpflanze besiedelt er die RĂ€nder offener WasserflĂ€chen in Sumpfgebieten, wo er seine BlĂŒtenstĂ€nde und BlĂ€tter ĂŒber die WasseroberflĂ€che hinausschiebt. Aber auch in Flach- und Zwischenmooren kann er auf kalkarmen, nassen Torfböden grĂ¶ĂŸere BestĂ€nde bilden.

Durch seinen Gehalt an verschiedenen Bitterstoffen wurde der Fieberklee in frĂŒheren Zeiten als Arzneipflanze genutzt, welche eine angeblich fiebersenkende Wirkung aufweisen sollte. Auch bei der Bereitung von KrĂ€uterlikören fanden die BlĂ€tter der Pflanze Verwendung.

Durch das Verschwinden geeigneter Biotope ist der Fieberklee heute selten geworden und wird in der Roten Liste Hessens als "gefĂ€hrdet"  (3) bezeichnet.

 

 

 

Die bundesweit recht seltene Sumpf-Schlangenwurz (Calla palustris)bildet im Burgwald an mehreren Stellen ausgedehnte BestĂ€nde, es sind die grĂ¶ĂŸten in Hessen. Diese Sumpfpflanze wĂ€chst am Rande und innerhalb von stehenden GewĂ€ssern, Mooren und BruchwĂ€ldern, wo sie einen bis 50 cm langen, robusten Wurzelstock bildet, dem herzförmige, derbe, handtellergroße BlĂ€tter entspringen. Die unscheinbaren BlĂŒten bilden einen 2-3 cm langen Kolben, der von einem auffĂ€lligen, großen weißen HĂŒllblatt umgeben wird. Die sich aus den BlĂŒten entwickelnden scharlachroten FrĂŒchte sind wie die ĂŒbrigen Teile der Pflanze giftig.  

 

In der Roten Liste Hessens wird die auch Drachenwurz genannte Art als "gefĂ€hrdet" (3) gefĂŒhrt.  




Mittleres WintergrĂŒn (Pyrola media) 

Eine der Besonderheiten des Burgwaldes ist das Mittlere WintergrĂŒn, welches zu den großen Seltenheiten der deutschen Pflanzenwelt gezĂ€hlt wird. Die Pflanze erreicht in Deutschland die Westgrenze ihrer Verbreitung und kommt nur an wenigen Standorten vor. Das einzige hessische Vorkommen dieser bundesweit seltenen Pflanze ist im nördlichen Burgwald zu finden! Sie wĂ€chst vorwiegend auf nĂ€hrstoffarmen Böden in lichten KiefernwĂ€lder und reagiert sehr sensibel auf StandortverĂ€nderungen. Neben der Vernichtung geeigneter Biotope durch direkte Zerstörung, zunehmende Beschattung, Trockenstress durch z.B. den Klimawandel, Überwucherung durch konkurrierende Pflanzen, gilt besonders der Eintrag von Luft-Schadstoffen als GefĂ€hrdungsursache. Dabei werden die fĂŒr die Entwicklung der Pflanze notwendigen Pilz-Partner im Boden geschĂ€digt.

In der Roten Liste Hessens wird die Art als "vom Aussterben bedroht" gefĂŒhrt, in der Roten Liste der BRD als "stark gefĂ€hrdet".



 

Kleines WintergrĂŒn (Pyrola minor)

Rote Liste Hessen 2008: Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

Das seltene Nickende WintergrĂŒn (Orthilia / Pyrola secunda) gehört mit seinen im Burgwald anzutreffenden Verwandten, dem Kleinen und dem Mittleren WintergrĂŒn, in die Familie der HeidekrautgewĂ€chse. Ähnlich wie Orchideen sind die WintergrĂŒngewĂ€chse in ihrer Entwicklung auf das symbiotische Zusammen- leben mit Wurzelpilzen angewiesen. Die immergrĂŒnen BlĂ€tter des Nickenden WintergrĂŒns erinnern in ihrer Form an die BlĂ€tter des Birnbaums, was ihm den synonym vewendeten Namen BirngrĂŒn einbrachte. Die grĂŒnlich-weißen, einseitswendig angeordneten BlĂŒten findet man von Juni bis Juli. 

In der Roten Liste Hessens 2008 wird diese Art als "gefĂ€hrdet" (3) aufgefĂŒhrt.

 

 

 

Wald-LĂ€usekraut (Pedicularis sylvatica).

Mit einer Wuchshöhe von maximal 20 cm ist das Wald-LĂ€usekraut trotz seiner hĂŒbschen zart-rosa BlĂŒten eher unscheinbar und leicht zu ĂŒbersehen. Es wĂ€chst bevorzugt auf feuchten, nĂ€hrstoffarmen, sandigen oder torfigen Böden in Flachmooren, auf Waldwiesen und entlang von Waldwegen. Als Halbschmarotzer ist es in der Lage, mit Saugorganen den Wurzeln seiner Wirtspflanzen Wasser und NĂ€hrstoffe zu entziehen und so auch relativ trockene Standorte zu besiedeln.

In frĂŒheren Zeiten hat man offenbar mit einem Absud aus dieser Pflanze versucht, TierlĂ€use zu bekĂ€mpfen. Daher rĂŒhrt sein Name.

 

In der Roten Liste Hessens wird das Wald-LĂ€usekraut als "stark gefĂ€hrdet" (2) gefĂŒhrt.

 

 

 

Maiglöckchen (Convallaria majalis)

 

 

 

Das SchattenblĂŒmchen (Maianthemum bifolium) findet sich vorwiegend in LaubwĂ€ldern auf humusreichen, leicht sauren Böden. Im FrĂŒhsommer bildet es mit seinen zarten, weißen BlĂŒten an geeigneten Stellen grĂ¶ĂŸere BestĂ€nde (z.B. dicht unterhalb des Christenbergs). Wie das Maiglöckchen gilt das SchattenblĂŒmchen als giftig.

Im SpĂ€tsommer zeigen sich die rötlichen Beeren des SchattenblĂŒmchens, die wĂ€hrend der Reifungsphase auch zart marmoriert gezeichnet sein können.

 

 

 

Acker-Gelbstern (Gagea villosa/arvensis)

Rote Liste Hessen 2008: Vorwarnliste (V) 




Die hĂŒbsche Heide-Nelke (Dianthus deltoides) wĂ€chst auf mageren, sandigen Böden.

Sie befindet sich bereits unter der Kategorie "gefĂ€hrdet" in den Roten Listen von sieben BundeslĂ€ndern- in Hessen ist sie eine Art der Vorwarnliste (V)

 Die Heide-Nelke ist die "Blume des Jahres" 2012.


 

 

 

Mit einem markanten BlĂŒtenstand, der an eine explodierende Sylvesterrakete erinnert, zeigt sich die Einbeere (Paris quadrifolia)dem Betrachter. Die mit den Lilien verwandte Pflanze hat einen bis 40 cm hohen StĂ€ngel, der lediglich im oberen Teil einen Kranz aus meist vier waagerecht abstehenden BlĂ€ttern aufweist. ĂŒberragt werden die BlĂ€tter von einer einzigen, endstĂ€ndigen BlĂŒte. Aus deren blau-schwarzen Fruchtknoten entwickelt sich im SpĂ€tsommer eine gleichartig gefĂ€rbte und etwa kirschgroße Beere.

Diese durchaus appetitlich aussehenden Beeren sind allerdings giftig und können bei ĂŒbermĂ€ĂŸigem Verzehr Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und sogar AtemlĂ€hmung hervorrufen.

Die in feuchten, schattigen Laub- und MischwÀldern wachsende Pflanze gilt als kalkliebend und kommt im Burgwald nur selten vor.

 

 

 

Nicht nur "Eingeweihten" ist schon lange bekannt, dass der Burgwald so manche Kostbarkeit aus der Tier- und Pflanzenwelt in sich birgt. Dass man aber nach wie vor noch so manche Überraschung in ihm erleben kann, zeigte sich kĂŒrzlich wieder, als Mitglieder der Aktionsgemeinschaft eine bis dahin fĂŒr den Burgwald unbekannte Pflanze entdeckten.

Es handelt sich um die Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), die in einem kleinen aber vitalen Bestand im Bereich des zentralen Burgwalds gefunden wurde. Dieser enge Verwandte der bekannteren Heidelbeere war in Hessen bislang nur aus dem Vogelsberg und der Rhön bekannt, so dass diese Entdeckung offenbar den Erstfund fĂŒr den Burgwald darstellt. 

Die Rauschbeere, auch Moorbeere genannt, gilt als Hochmoorart und findet sich dementsprechend auf feuchten, nÀhrstoffarmen, sauer-humosen Torfböden in moorigen WÀldern und Zwergstrauchheiden.

Durch den Mangel an geeigneten LebensrĂ€umen gilt diese Art in der Roten Liste Hessens als "extrem selten" (R)! FĂŒr weite Teile Hessens wird sie gar schon als "ausgestorben" eingestuft.

 

 

 

Preiselbeere (Vaccinium vitis-idea).  Rote Liste 2008: "gefĂ€hrdet" (3).

Im SpĂ€tsommer findet man mitunter rote Beeren und frische weiße BlĂŒten der Preiselbeere unmittelbar nebeneinander.

 

 

 

Moosbeere (Vaccinium oxycoccos). BlĂŒten (Foto oben) und Beere (Foto unten).

Dieser zu den HeidekrautgewÀchsen gehörende Zwergstrauch gilt als typische Hochmoor-Art.

Mit ihren kriechenden, filigranen, bis zu 80cm langen StĂ€ngeln ĂŒberzieht diese seltene Pflanze die Torfmoosbulte in den Moorbereichen des Burgwaldes mit einem dichten Geflecht. Am Ende der Triebe sitzen zarte rosa BlĂŒten auf dĂŒnnen rötlichen Stielen. Sie blĂŒhen im FrĂŒhsommer und werden hauptsĂ€chlich von Insekten bestĂ€ubt. Aus ihnen entwickeln sich schließlich rundliche, gelbrote bis rote Beeren, die bis ĂŒber 1cm im Durchmesser groß werden.

In der Roten Liste Hessens wird die Moosbeere als "gefĂ€hrdete" (3) Art bezeichnet, in einzelnen Regionen unseres Bundeslandes liegt der GefĂ€hrdungsgrad allerdings noch höher.

 

 

 

Glockenheide (Erica tetralix)

Als Einwanderer aus dem atlantisch geprĂ€gten Europa erreicht die Glocken-Heide im Burgwald den sĂŒdöstlichen Rand ihres natĂŒrlichen Verbreitungsgebietes. Sie besiedelt feuchte Heiden und Moore und bevorzugt sandige oder torfige kalkarme, saure Böden. Die BestĂ€ubung ihrer hell-rosa BlĂŒten ĂŒbernehmen Insekten, die Glocken-Heide gilt als hervorragende Bienenweide.

 

Die hessische Rote Liste fĂŒhrt die Glocken-Heide als "gefĂ€hrdete" Art.

 

 

 

 

 

 

Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum)

Die zu den GlockenblumengewÀchsen zÀhlende Schwarze Teufelskralle wÀchst gerne an eher schattigen, nÀhrstoffreichen und kalkarmen PlÀtzen in Waldgebieten.

Ihr Verbreitungsgebiet ist relativ eng auf Mitteleuropa begrenzt. Ihre Vorkommen finden sich zwischen der Nordsee im Norden, dem Hochrhein im SĂŒden, sowie den Ardennen im Westen und Niederösterreich als Ostgrenze. In Deutschland liegt somit das Haupt-Verbreitungsgebiet, so dass wir fĂŒr den Erhalt dieser, bei uns an sich nicht seltenen Pflanze, dennoch eine besondere Verantwortung tragen. 

 

 

 

 

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