Nachtfalter

 

Es können hier natürlich nicht hunderte verschiedene Nachtfalterarten gezeigt werden, so dass wir uns darauf beschränken müssen, aus möglichst vielen Familien besonders häufige, auffällige, schöne oder charakteristische Arten, welche auch im Burgwald vorkommen, vorzustellen. Die Farben- und Formenvielfalt dieser Tiergruppe wird hoffentlich trotzdem deutlich.



Familie Federgeistchen (Alucitidae)

Die Flügelflächen der Federgeistchen sind, ähnlich wie bei den Federmotten, in einzelne "Federn" aufgelöst.

Alucita cf hexadactyla




Familie Bärenspinner (Arctiidae)

Seinem Namen alle Ehre macht der hübsche Schönbär (Callimorpha dominula).

Der zur Familie der Bärenspinner zählende Nachtfalter besiedelt waldreiche Gebiete und findet sich hier vor allem an lichten Stellen in krautreichen, feuchten Talauen.

Die Hessische Rote Liste führt diesen Falter unter "stark gefährdet" (2).

(Dank an G. Steckbauer, Schönstadt, für das Ermöglichen des Fotos.)

Raupe des Schönbären (Callimorpha dominula)




Rotrandbär (Diacrisia sannio)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3) 




Wegerichbär (Parasemia plantaginis) 

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)




 Brauner Bär (Arctia caja). Foto oben Raupe , unten Falter

Rote Liste D 2011: V - Vorwarnliste

 

 

Zimtbär (Phragmatobia fuliginosa)

 

 

Dottergelbes Flechtenbärchen (Eilema sororcula)



 

Rotkragen-Flechtenbärchen (Atolmis rubricollis)

Die Raupen der Flechtenbärchen (Unterfamilie Lithosiinae) ernähren sich tatsächlich, wie der Name schon vermuten lässt, von Flechten sowie teilweise von Algen und Moosen.

 

 

Breitflügeliger Fleckleibbär (Spilosoma lubricipeda)

 


 

Familie Spanner (Geometridae)

Violettbrauner Rosen-Blattspanner (Anticlea badiata)

 

 

Schwarzbinden-Rosen-Blattspanner (Anticlea derivata)


 

Graugelber Breitflügelspanner (Agriopis marginaria)

Männchen (oben) und Weibchen (unten)

Nicht alle Schmetterlinge können fliegen! So sind z.B. bei einigen Spanner-Arten, besonders bei solchen, deren Erscheinen eher in der kühleren Jahreshälfte liegt, die Weibchen flügellos oder besitzen, wie bei der obigen Art, nur reduzierte Flügel. Sie können sich demnach nur mit ihren Beinen fortbewegen, bzw. nutzen mitunter auch den Wind als "Transportmittel".

 

 

Ockergelber Blattspanner (Camptogramma bilineata)

 

 

Heidespanner (Ematurga atomaria)

 

 

Großer Frostspanner (Erannis defoliaria), Männchen

 

 

Schwefelgelber Haarbüschelspanner (Eulithis pyraliata)

 

 

Aschgrauer Rindenspanner (Hypomecis punctinalis)

 

 

Vogelschmeiß-Spanner (Lomaspilis marginata)

 

 

Gelbspanner (Opisthograptis luteolata)

 

 

Pantherspanner (Pseudopanthera macularia)

 

 

Hobelspanner (Plagodis dolabraria)

 

 

Ein Männchen des Violettbraunen Monfleckspanners (Selenia tetralunaria), welchen man im Frühling und dann in einer zweiten Generation wieder im Sommer abends mitunter an beleuchteten Hauswänden oder in der Nähe von Laternen finden kann. Tagsüber halten sich diese Falter, die auf den Flügelunterseiten ihre charakteristischen Halbmonde tragen, jedoch meist in der Vegetation verborgen. Angesichts der eindrucksvollen Färbung ist man fast geneigt, dies als "Verschwendung" zu betrachten. Die Raupen des schönen Falters entwickeln sich an Laubgehölzen, z.B. an Weiden, Eichen, Erlen oder auch an Schlehe. Das Überwinterungsstadium ist die Puppe. 

 

 

Hartheu-Spanner (Siona lineata), Falter und Raupe. Zwar ordnet man die Spanner unter die "Nachtfalter" ein, aber gerade auch dieser hübsche Falter ist ausgesprochen tagaktiv. Auf seiner Unterseite besitzt er eine feine schwarze Zeichnung, besonders der Flügeladern. Im Flug kann man ihn allerdings leicht mit einem Weißling verwechseln.

 

 

Ampferspanner (Timandra comae)

 

 

Kohl-Blattspanner (Xanthorhoe designata)

 


 

Familie Wurzelbohrer (Hepialidae)

Heidekraut-Wurzelbohrer (Phymatopus hecta)

 

 

Ampfer-Wurzelbohrer (Triodia sylvina)

 


 

Familie Glucken (Lasiocampidae)

Eichenspinner, Quittenvogel (Lasiocampa quercus), im Bild ein bereits sehr abgeflogenes Weibchen. Rote Liste Hessen 1999: gefährdet (3)

 

 

Weitaus häufiger als die "fertigen" Falter (Bild oben ein älteres Weibchen) findet man die, auch am Tage aktiven, auffällig gezeichneten Raupen der Grasglucke (Euthrix potatoria) (Foto unten).

 

 


Familie Trägspinner (Lymantriidae)

Raupe vom Schlehen-Bürstenspinner (Orgyia antiqua)

 

 

Die auffällige Raupe des Buchen-Streckfuß (Calliteara pudibunda) lebt auf verschiedenen Laubbäumen und Sträuchern. Der Name "Streckfuß" wird durch die typische Ruhehaltung der Falter verständlich. Die meist unauffällig grau gefärbten Imagines sitzen mit weit vorangestreckten Vorderbeinen tagsüber auf ihren Ruheplätzen.



 

Familie Urmotten (Micropterigidae)

Dass man, um manche "Schätze" der Natur entdecken zu wollen, genau hinschauen muss, ist wohl eine Binsenweisheit. Auf den hier abgebildeten Kleinschmetterling Micropterix aureatella trifft dies in besonderer Weise zu. Mit einer Flügelspannweite von ca. 10 mm ist dieser Winzling alles andere als leicht zu finden. Um so verblüffender wirkt die wunderbare, metallisch glänzende, violett-goldene Färbung des Falters auf den Betrachter. 

Die Urmotten gelten als die entwicklungsgeschichtlich ursprünglichsten Schmetterlinge. Als einzige besitzen sie anstelle eines Saugrüssels kauende Mundwerkzeuge, mit denen sie sich von Blütenpollen ernähren.


 

 

Familie Eulenfalter (Noctuidae)

Raupe vom Lattich-Mönch (Cucullia lactucae)

Rote Liste BRD: Vorwarnliste (V). In einigen Bundesländern ausgestorben, bzw. vom Aussterben bedroht.



Pfeileule (Acronicta psi)



Raupe der Klosterfrau (Panthea coenobita)

 

 

Scheck-Tageule (Callistege mi)

 

 

Messingeule (Diachrysia chrysitis-Komplex)

 

 

Variable Kätzcheneule (Orthosia incerta)

 

 

Zweifleck-Kätzcheneule (Orthosia munda)

 

 

Gothica-Kätzcheneule (Orthosia gothica)

Die Falter der Gattung Orthosia sind ausgesprochene "Frühlingsboten", ihre Flugzeit liegt zwischen Ende Februar und Mai.

 

 

Forleule (Panolis flammea)

 

 

Achateule (Phlogophora meticulosa)

 


 

Familie Zahnspinner (Notodontidae)

 Der Mondvogel (Phalera bucephala) imitiert auf verblüffende Weise ein kleines Aststückchen. 



Häufiger als den fertig entwickelten Falter findet man die markanten Raupen des Großen Gabelschwanzes (Cerura vinula), die im Sommer  auf Pappeln und Weiden zu finden sind. Bei Beunruhigung nimmt die Raupe eine Schreckhaltung ein, bei der sie ihren roten Nackenring präsentiert und aus ihren beiden Schwänzen rote Anhänge "ausfährt". Unter ihrem Kopf besitzt sie außerdem eine Drüse, mit der sie in der Lage ist eine säurehaltige Flüssigkeit potentiellen Angreifern entgegen zu spritzen.

Rote Liste Hessen: Art der Vorwarnliste (V)

 

 

Birken-Zahnspinner (Pheosia gnoma)

 

 

Dunkelgrauer Zahnspinner (Drymonia ruficornis)

 


 

Familie Federmotten (Pterophoridae)

Platyptilia spec.


Die recht kleinen Federmotten haben ein fast skurriles Aussehen. Ihre Flügel sind aufgespalten in schmale Lappen oder Federn. In Ruhe werden sie eng zusammengeklappt und vom Körper abgespreizt, so dass eine charakteristische T-Form entsteht. In Mitteleuropa sind ca. 80 Arten bekannt, welche häufig nur schwer voneinander unterschieden werden können.

 

Winden-Federmotte (Pterophorus pentadactyla)


 


Familie Zünsler (Pyralidae)

Purpurroter Zünsler (Pyrausta purpuralis)

Rote Liste BRD: Art der Vorwarnliste (V)



Seerosenzünsler (Elophila nymphaeata)

 

 

Brennnesselzünsler (Eurrhypara hortulata)




Familie Pfauenspinner (Saturniidae)

Die Familie der Pfauenspinner beinhaltet etwa 1200 Arten, die auf der ganzen Erde besonders aber in den Tropen vorkommen. Unter ihnen befinden sich einige der größten Schmetterlinge überhaupt. Bei uns sind lediglich zwei Vertreter dieser Familie heimisch.

Nagelfleck (Aglia tau)

 

 


Familie Glasflügler (Sesiidae)

Obwohl in Europa über einhundert ihrer Arten bekannt sind, von denen immerhin rund zwei Dutzend auch in Hessen vorkommen, ist die Schmetterlingsfamilie der Glasflügler (Sesiidae) den meisten Menschen wohl weitgehend unbekannt. Durch ihre verborgene Lebensweise, ihre meist nur geringe Körpergröße und ihre eher an Hautflügler erinnernde Färbung, entziehen sie sich auch nur allzu leicht unserer Wahrnehmung.

Ihre relativ schmalen Flügel sind in weiten Bereichen schuppenlos und daher durchsichtig. Durch die meist noch zusätzlich vorhandenen gelben, gelegentlich auch roten Querstreifen auf dem Hinterleib, imitieren sie wehrhafte Wespen oder Bienen nahezu perfekt. Damit versuchen diese absolut wehrlosen Falter potentielle Fressfeinde abzuschrecken. Obwohl sie meist zu den Nachtfaltern gestellt werden, sind die Glasflügler tagaktiv und ausgesprochen sonnenliebend.

Die Raupen der Glasflügler entwickeln sich bohrend im Holz von Bäumen und Sträuchern, teilweise auch in Stengeln und Wurzelstöcken von krautigen Pflanzen. Ihre Entwicklung kann bei einigen Arten mehrere Jahre dauern.


Der Hornklee-Glasflügler (Bembecia ichneumoniformis) ist eine eher wärmeliebende Art, die wie einige weitere Arten auch gelegentlich in unseren Gärten gefunden werden kann. Hier sitzen sie im Sonnenschein gerne auf Blüten, welche sie als "Rendezvous-Plätze" nutzen. Am Nektar der Blüten können sie sich nicht laben- sie besitzen nur einen rudimentär entwickelten Rüssel! Die Raupen dieser Art entwickeln sich in den Wurzelstöcken verschiedener Kleearten.

Hornklee-Glasflügler (Bembecia ichneumoniformis). Foto oben Kopula, Foto unten weibliches Tier




 

Kleiner Weiden Glasflügler (Synanthedon formicaeformis)

Die Raupen dieser Art entwickeln sich im Holz von verschiedenen Weiden-Arten und Zitterpappel.



 

Familie Schwärmer (Sphingidae)

Der Labkrautschwärmer (Hyles gallii) wird zu den Wanderfaltern gezählt und in Hessen nur selten gefunden. Seine Raupe frisst an Labkraut, Weidenröschen und gelegentlich in Gärten an Fuchsien.

Rote Liste Hessen 1999: "extrem selten" (R)



Pappelschwärmer (Laothoe populi)

 

 

Raupe vom Nachtkerzenschwärmer (Proserpinus proserpina)

Rote Liste Hessen 1999: Vorwarnliste (V)

Die Raupen der Schwärmer können eindrucksvolle Größen erreichen. Nicht selten reichen sie in Länge und Umfang an den Mittelfinger eines erwachsenen Mannes heran.



Kleiner Weinschwärmer (Deilephila porcellus) 




Einer unserer farbenprächtigsten Nachtfalter ist der Mittlere Weinschwärmer (Deilephila elpenor). Häufiger als den nachtaktiven Falter findet man jedoch seine eindrucksvolle Raupe, die an Springkraut, verschiedenen Weidenröschen-Arten und anderen Kräutern gefunden werden kann. 

Raupe vom Mittleren Weinschwärmer (Deilephila elpenor)

Relativ selten kommt es dabei zu solch grünlich gefärbten Exemplaren- normalerweise dominiert eine bräunliche Färbung. Bei Störungen ziehen diese Raupen ihren Kopf ein und präsentieren einem potentiellen Angreifer die Augenflecken auf dem somit aufgeblähten Nackenbereich. Die "Augen" sollen ein wohl wehrhafteres Tier imitieren und damit abschreckend wirken. 

 


Hummelschwärmer ( Hemaris fuciformis)

Die Raupe entwickelt sich an Geißblatt, Heckenkirsche und Schneebeere. (Dank an G. Steckbauer, Schönstadt für das Ermöglichen des Fotos)

 Rote Liste Hessen 1999: "gefährdet" (3)

 

 

Kiefernschwärmer (Sphinx pinastri)

 



Familie Widderchen (Zygaenidae)

Sumpfhornklee-Widderchen (Zygaena trifolii).

Rote Liste D 2011:  "gefährdet" (3)

 

 

Sechsfleck-Widderchen (Gemeines Blutströpfchen) (Zygaena filipendulae) Rote Liste Hessen 1995: "Vorwarnliste" (V) 

 

 

Ampfer-Grünwidderchen (Adscita statices [heuseri])


Die glänzend blaugrün gefärbten Grünwidderchen stellen sicherlich besondere „Juwelen“ in unserer heimischen Schmetterlingswelt dar. Man findet sie im Frühsommer auf den blütenreichen Wiesen im Inneren des Burgwaldes. Im Gegensatz zu dem den Burgwald umgebenden landwirtschaftlich intensiv genutzten Grünland, werden diese Flächen seltener und im Jahreslauf später gemäht. Hier gaukeln die relativ schlechten Flieger im Sonnenschein besonders gerne um Kuckucks-Lichtnelken, welche die bevorzugte Nektarpflanze darstellt und auch als Rendezvous-Platz dient.

Das Männchen dieser Falter erkennt man an den gekämmten Fühlern, die des Weibchens sind dünn kolbenförmig.

Als Nahrungspflanzen für die Falter-Raupen werden ausschließlich Sauer-Ampfer-Arten genutzt.

Das Ampfer-Grünwidderchen tritt in zwei Varianten mit unterschiedlichen ökologischen Ansprüchen auf. Unter Fachleuten wird seit langem diskutiert, ob es sich um eigenständige Arten handelt.  

Die Rote Liste Deutschlands 2011 führt diesen Falter in der Vorwarnliste (V).

 

 

 

 

 

 

 

 


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