Amphibien und Reptilien

 

 

Zauneidechse (Lacerta agilis)

In unseren Breiten besiedelt die w√§rmeliebende Zauneidechse eher sonnenexponierte Standorte, wie Waldr√§nder, B√∂schungen und Bahnd√§mme, Steinbr√ľche, Kiesgruben aber auch Trockenmauern und G√§rten innerhalb menschlicher Siedlungen. Sie bevorzugt strukturreiche Lebensr√§ume, in denen sich dichte Vegetation mit Zonen mit l√ľckigem Bewuchs abwechseln. Besondere Bedeutung erlangen dabei steinige oder felsige Bereiche sowie Totholzansammlungen. Wie alle heimischen Reptilien steht die Zauneidechse unter Naturschutz. Die Rote Liste bezeichnet sie als "gef√§hrdet". Dabei gilt als Gef√§hrdungsursache Nr.1 wohl das Verschwinden geeigneter Habitate durch menschliche Bau- und Siedlungst√§tigkeit. Unsere hochtechnisierte Landwirtschaft, mit maschinenkonformer Feldflur und dem Einsatz von Insektiziden und Pestiziden sch√§digt dar√ľber hinaus ihre Lebensr√§ume und Nahrungsquellen. Im Siedlungsbereich fallen eine gro√üe Zahl von Eidechsen umherstreunenden Katzen zum Opfer.

 

 

 

Wald- oder Bergeidechse (Zootoca / lacerta vivipara)

Die Waldeidechse ist in Hessen noch weit verbreitet. Neben der Blindschleiche gilt sie in den waldreichen Mittelgebirgslagen als die häufigste Reptilienart.

Sie lebt bevorzugt an strukturreichen Wald- und Wegr√§ndern, auf Waldlichtungen, an Heckens√§umen oder auch auf Ruderalfl√§chen. Wichtig ist dabei eine nicht zu hohe Vegetation und das Vorhandensein von besonnten Kleinstrukturen, wie Totholz, Baumstubben etc., welche zum "Sonnenbaden" genutzt werden. Dabei darf ihr Lebensraum nicht zu trocken sein, damit sie M√∂glichkeiten zur Fl√ľssigkeitsaufnahme findet.

Junge Waldeidechse

Da ihre Best√§nde noch als weitgehend stabil gelten, wird diese Eidechse in Hessen derzeit als "ungef√§hrdet" eingestuft. 

 

 

 

Blindschleiche (Anguis fragilis)

oben Jungtiere, unten ein ausgewachsenes Exemplar  

 

 

 

Feuersalamander (Salamandra salamandra)

Der Feuersalamander bewohnt strukturreiche Laub- und Mischw√§lder und h√§lt sich gerne in der N√§he von Kleingew√§ssern auf. Zum Absetzen der Larven suchen die Weibchen bevorzugt kleine B√§che und Quellbereiche im Wald auf, aber auch T√ľmpel, Gr√§ben oder selbst wasser-gef√ľllte Fahrspuren dienen als Laichgew√§sser. Am Tage zeigt er sich h√∂chstens bei Regenwetter, ansonsten ist der Salamander vorwiegend nachtaktiv.

Seine gelbe Zeichnung ist als Warnfarbe zu deuten, die potentiellen Fressfeinden signalisieren soll: Achtung, ich schmecke scheu√ülich! Tats√§chlich sondert das Tier aus Hautdr√ľsen ein schwach giftiges Sekret ab, welches reizend auf Schleimh√§ute wirkt.

Im Burgwald, wie in den √ľbrigen gr√∂√üeren Waldgebieten Hessens, ist der Feuersalamander noch weit verbreitet und gilt in seinem Bestand noch nicht als gef√§hrdet. Ausgedehnte waldfreie und landwirtschaftlich gepr√§gte Offenlandbereiche werden von ihm jedoch gemieden.




Kreuzkröte (Bufo calamita)

Rote Liste Hessen (2010): "gefährdet" (3)

 



Erdkröte (Bufo bufo)

Ab Mitte M√§rz sind die Erdkr√∂ten wieder auf dem Weg zu ihren Fortpflanzungsgew√§ssern. Sie verlassen ihre meist in Waldgebieten liegenden Winterquartiere und ziehen auf n√§chtlichen Wanderungen zu den Gew√§ssern, in denen sie selbst einst das Licht der Welt erblickten. Hier wollen sie ihrerseits f√ľr Nachwuchs sorgen. Unsere gr√∂√üte und h√§ufigste Kr√∂tenart √ľberwindet dabei nicht selten Distanzen von mehreren Kilometern. Platt gefahrene Tiere geh√∂ren im Fr√ľhling auf vielen Stra√üen zum gewohnten Bild. 

Schon auf der Laichwanderung werden viele Weibchen von "liebestollen" M√§nnchen ergriffen, die sich dann Huckepack zu den Laichgew√§ssern transportieren lassen. Da an den Gew√§ssern gew√∂hnlich ein M√§nnchen-√úberschuss herrscht, finden regelrechte Paarungsk√§mpfe statt, bei denen sich ganze "Klumpen" von M√§nnchen um ein Weibchen streiten und versuchen, sich an dieses zu klammern. Nicht selten wird dabei das "Objekt der Begierde" von den √ľberm√ľtigen "Freiern" so stark bedr√§ngt, dass es durch Ertrinken zu Tode kommt!   

Beim Ablaichen kann ein Erdkr√∂ten-Weibchen √ľber 6000 Eier in zwei- bis vierreihigen Laichschn√ľren abgeben, die meist ufernah um Wasser- pflanzen gewickelt werden. Die komplette Metamorphose vom Ei √ľber Kaulquappe zur nur 1 cm messenden Jungkr√∂te dauert ca. 4 Monate.

Trotz ihrer noch relativen H√§ufigkeit wird f√ľr die Erdkr√∂te in vielen Regionen in den letzten Jahren ein deutlicher Bestandsr√ľckgang festgestellt. Zu den wichtigsten Gef√§hrdungsursachen z√§hlen die Dezimierung ihrer Lebensr√§ume, vor allem die der Laichgew√§sser, und der Tod durch √úberfahren auf den allj√§hrlichen Wanderungen. Die "Deutsche Gesellschaft f√ľr Herpetologie und Terrarienkunde" (DGHT) hat daher die Erdkr√∂te zum "Lurch des Jahres 2012" erkl√§rt.

 

 

 

 

Gr√ľnfrosch (Seefrosch)

 

 

 

Fadenmolch (Lissotriton helveticus)

 Rote Liste Hessen (2010): Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

Bergmolch (Triturus alpestris)

Nicht nur unsere Fr√∂sche und Kr√∂ten, auch die Molche machen sich nach den ersten milderen Tagen im Fr√ľhling auf ihre lange und mitunter gef√§hrliche Wanderung zu ihren Laichgew√§ssern. Nachdem sie den Winter gesch√ľtzt in Laubw√§ldern, Feldgeh√∂lzen und Hecken √ľberstanden haben zieht es sie dann zu T√ľmpeln, Teichen, Gr√§ben oder auch wassergef√ľllten Wagenspuren hin, um f√ľr neuen Nachwuchs zu sorgen. Meist handelt es sich dabei um die selben Gew√§sser, in denen sich die erwachsenen Tiere im Vorjahr entwickelt haben.

Der Bergmolch, auf dem Foto ein M√§nnchen, ist die h√§ufigste unserer vier hessischen Molch-Arten. Bei seinen Wanderungen legt er Entfernungen bis zu 400 Metern zur√ľck. Die Erdkr√∂te, der "Weitwanderer" unter unseren Amphibien, √ľberwindet zum Vergleich Distanzen von √ľber 2200 Metern.

Alle hessischen Molche, Kr√∂ten und Fr√∂sche haben in den letzten Jahrzehnten teilweise deutliche Bestandseinbu√üen erlitten und finden sich daher in den Roten Listen. Neben dem Verlust geeigneter Laich- wie auch Landhabitate, sorgt der Strassenverkehr in hohem Ma√üe f√ľr die Dezimierung der Best√§nde, da hier allj√§hrlich zigtausende Tiere auf ihren Wanderungen den Tod finden. 

 

 


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